Cevennen

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Geier, Grotten, Canyons – ein wahres Märchen der Natur

Die Cevennen, Ausläufer des Zentralmassivs, sind eine Gebirgsregion von grandioser Schönheit und verleihen der südfranzösischen Küste zusätzliche Attraktivität. Das Mittelgebirge umfasst die Départements Lozère, Gard, Ardèche, Hérault und ein kleines Areal der Haute-Loire. Frankreichs größter Nationalpark, 1970 gegründet zum Schutz dieser Landschaft, aus der der Mont Lozère und der Mont Aigoual herausragen, genießt respektvollen Zulauf. Der Hauptort des Parks ist Florac.

Eine fantastische Pflanzenvielfalt gedeiht in diesem Territorium, das auch Tieren eine Heimat ist. Arten, die dort lange ausgestorben waren, wurden inzwischen wieder ausgewildert. Der Gänsegeier, Stolz des Nationalparks, ist ein lebendiges Beispiel. In den Cevennen wird der Geier nicht mit Pleite assoziiert. Er versinnbildlicht den Naturschutz.

Eine bauliche Sehenswürdigkeit im Département Gard ist der Pont du Gard. Das Aquädukt, unweit der Regionshauptstadt Nîmes, ist eine hervorragend erhaltene Konstruktion aus der Römerzeit zu Beginn nachchristlicher Zeitrechnung und Zeugnis handwerklichen Könnens. Im Gegensatz dazu repräsentiert nahe der Départementgrenze der Viadukt von Millau eine technische Großleistung unserer Zeit. Diese höchste und längste Schrägseilbrücke der Welt erhebt sich über dem Tarn auf einer Strecke von mehr als 2000 Metern. Im Département Lozère, dort entspringt der Tarn, sind die Gorges du Tarn, die Schluchten, ein beliebtes Reiseziel. Kanutouren ermöglichen unvergessliche Eindrücke der Canyons. Das Départment ist nach dem Mont Lozère benannt, der mit 1699m der höchste Berg der Cevennen ist. Von der Kaskade von Runes, dem märchenhaften Wasserfall am Südrand des Berges, schwärmt jeder, der ihm nahe kam. Faszinierend sind die Grotte de Dargilan und die Aven-Armand-Höhle bei Meyrueis.

Wandern ist in den Cevennen das größte Vergnügen. Der Meistererzähler Robert Louis Stevenson hat der Region mit der Geschichte „Wanderung mit einem Esel in den Cevennen“ ein literarisches Denkmal gesetzt. Auf dem Fernwanderweg GR 70, der seinen Namen trägt, erlebt man Literatur live, mit oder ohne Esel.
Ob man im Ventalon die Kastanienwälder durchstreift oder im Département Ardèche das Plateau Bois de Paiolive erkundet, steht dem Reisenden frei. Jede Tour ist ein Genuss für Naturgourmets. Und weil frische Luft Appetit macht, lasse man sich von der regionalen Küche verführen. Esskastanien, Honig, Pélardon-Ziegenkäse – einfach köstlich!

Am Rande der Cevennen, im Département Hérault, lockt die „Grotte des Demoiselles“ Besucher an. Die Kathedrale genannte Haupthöhle misst 120m in der Länge, ist 80m breit und 50m hoch. Ein Meisterwerk Natur belassener Innenarchitektur! Folgt man dem Fluss Hérault nach Norden, gelangt man zum Mont Aigoual. Dieser 1567m hohe Gipfel wird auch Berg des Wassers genannt. Jährlich gehen 2200mm Niederschlag aus Nebel, Schnee und Regen nieder. Zum Observatorium hinauf zu wandern und das Musée Météo France zu besuchen, lohnt sich unbedingt.
Wandern und Kanu fahren sind nicht die einzigen sportlichen Aktivitäten, zu denen diese Landschaft herausfordert. Man kann reiten, biken, klettern. Auch ein Spaziergang durch duftenden Herbstwald wird ein unvergessliches Erlebnis sein.

Das Cevennen-Klima ist rau. Die Sommertemperaturen steigen kaum über 18 bis 21 Grad. In den Tälern liegen sie darunter. Die Winter sind kalt. Schnee fällt reichlich und eisiger Wind pfeift über die Hochebenen.
Wildromantische Flusstäler, tiefe Schluchten, bizarre Felsformationen, ausgedehnte Kalksteinplateaus – das sind die Cevennen. Und mehr.